Abfahrtskontrolle Klasse B


Die Abfahrtskontrolle ist ein wichtiger Bestandteil der praktischen Prüfung. Hier zeigst du, dass du dein Fahrzeug kennst und grundlegende Sicherheitschecks durchführen kannst. In der Regel nur 3 Fragen zur Abfahrtskontrolle gestellt.


🔧 Motorraum – Das solltest du kennen


1.❄️ Kühlmittelbehälter

 

  • Hält den Motor auf richtiger Temperatur (verhindert Überhitzung)
  • Stand zwischen Min / Max prüfen
  • Nur bei kaltem Motor öffnen! (Verbrennungsgefahr 🔥)
  • Im Winter: Frostschutz wichtig ❄️
  • Bei zu wenig Kühlmittel → nicht weiterfahren / prüfen lassen

 


2.🔋 Batterie

  • Pole auf festen Sitz kontrollieren
  • Pole dürfen nicht angerostet sein, da sich die Batterie selbst entladen kann.
  • Alte Btterien Flüssigkeitsstand, moderne Batterein haben ein Schauglas, wartungsfrei.

3. 🛑 Bremsflüssigkeit

  • Bremsflüssigkeitsstand ablesen (Min. / Max. Markierung am Behälter)
  • Wenn Bremsflüssigkeit fehlt = Werkstatt anrufen.→ Nicht mehr fahren
  • Alle 2 Jahre auswechseln, wegen Verwässerung

4. 🪟 Scheibenwaschanlage

  • Füllstand kontrollieren - wenn nicht sichtbar: (nicht möglich da Behälter tief verbaut ist, leuchtet eine Kontrolllampe auf, wenn der Flüssigkeitsstand unter 1 l absinkt)
  • Im Winter Frostschutz verwenden
  • Reinigungsmittel sorgt für klare Sicht

5. 🛢️ Motoröl

  • Hier wird das ÖL nachgefüllt
  • Motor aus → ca. 5 Minuten warten
  • Peilstab rausziehen, abwischen, wieder einführen
  • Stand zwischen Min/Max prüfen
  • Bei Bedarf passendes Öl nachfüllen (Ölsorte laut Betriebsanleitung)

 


6. 🧪 Ölmessstab/Ölpfeilstab

  1. Peilstab ziehen
  2. Abwischen
  3. Peilstab wieder einführen
  4. Erneut herausziehen
  5. Min. / Max. Markierung ablesen. Öl sollte im geriffelten Messbereich/Messfläche sein.
  • Bei Bedarf passendes Öl nachfüllen (Ölsorte laut Betriebsanleitung)

⚠️ Kontrollleuchten verstehen

Hinweis zu den Kontrollleuchten:
Du musst nicht alle Kontrollleuchten kennen. Wichtig ist, dass du mindestens eine benennen und erklären kannst.

 

👉 Tipp:
Nimm am besten die Handbremsleuchte oder Gurtwarnleuchte (nicht angeschnallt) – die ist in der Prüfung meist aktiv und lässt sich einfach erklären. Zu finden sind sie bei den 🔴roten Kontrollleuchten. Kannst aber auch andere auswählen.

🟢🔵 Grün & Blau = Info (alles gut 👍)

➡️ Bedeutet: Funktion ist aktiv

Typische Beispiele:

  • Licht an (Abblendlicht, Nebellicht)
  • Fernlicht (blau)
  • Blinker / Warnblinker
  • Tempomat, Einparkhilfe etc.

👉 Merksatz:
Grün/Blau = nur Info

🟡🟠 Gelb & Orange = Achtung ⚠️

➡️ Bedeutet: Warnung oder bald handeln

Typische Beispiele:

  • Tank fast leer ⛽
  • Reifendruck zu niedrig
  • Motorkontrollleuchte („Check Engine“)
  • ESP / Assistenzsysteme gestört

Was tun?

  • Weiterfahren meist möglich
  • Aber zeitnah prüfen lassen!

👉 Merksatz:
Gelb = fahren erlaubt, aber kümmern!

 

🔴 Rot = STOP! ❗

➡️ Bedeutet: ernstes Problem oder Gefahr

Typische Beispiele:

  • Motoröl zu wenig
  • Bremsanlage / Bremsflüssigkeit
  • Überhitzung Motor
  • Batterie / Lichtmaschine
  • Tür offen / Gurt nicht angelegt

Was tun?

  • Wenn möglich sofort anhalten
  • Problem klären oder Hilfe holen

👉 Merksatz:
Rot = sofort reagieren!


🛞 Die Reifen

1. Profieltiefe

Wofür ist das Reifenprofil wichtig?
Das Profil sorgt für Grip und Wasserableitung also dafür, dass du Haftung hast und nicht rutschst (z. B. bei Regen).

  • Gesetzlich: mindestens 1,6 mm (Wichtig!) 
  • Zusätliches wissen (Kein Prüfungswissen): 
    • Sommerreifen: Bei mind. 3 mm wechseln (Empfohlen)
    • Winterreifen: bei mind. 4 mm wechseln (Empfohlen)

Du wechselst Reifen nach der „O bis O“-Regel 

  • Oktober bis Ostern = Winterreifen
  • Ostern bis Oktober = Sommerreifen

Im Reifenprofil befinden sich kleine Gummistege in den Rillen, das sind die sogenannten Verschleißanzeiger (TWI).
Sie zeigen an, wann die Mindestprofiltiefe von 1,6 mm erreicht ist.

 

So findest du sie:
An der Reifenflanke sind Markierungen wie TWI, kleine Dreiecke oder Pfeile.
Diese zeigen dir, wo sich die Stege im Profil befinden.

 

Wichtig:
Sobald das Reifenprofil auf Höhe dieser Stege ist, gilt der Reifen als abgefahren und muss sofort ersetzt werden.

2. Beschädigung

  • Auf Fremdkörper (Schrauben, Nägel, Glas) kontrollieren
  • Reifenflanke auf Risse (Bordstein) kontrollieren

3. Luftdruck

  • Kontrolle an der Tankstelle
  • Angabe über den Reifendruck findet man im Tankdeckel o. in der Fahrertür oder Bedienungsanleitung vom Fahrzeug
  •  Reifenluftdruck wird nur bei kalten Reifen kontrolliert, da warme Luft sich ausdehnt sich aus.

🟢 Reifendruck in Ordnung

  • Reifen nutzt sich gleichmäßig ab
  • Optimale Haftung & Bremswirkung
  • Geringerer Spritverbrauch

🔴 Reifendruck zu gering

  • Außen abgefahren (links & rechts)
  • Schlechtere Fahr- und Bremseigenschaften
  • Mehr Spritverbrauch
  • Reifen kann heiß werden / Schaden nehmen

🔴 Reifendruck zu hoch

  • Mitte abgefahren
  • Weniger Auflagefläche → schlechtere Haftung
  • Unruhigeres Fahrverhalten
  • Reifen nutzt sich schneller ab

🛑 Bremsanlage

Feststellbremse (Handbremse)

  • Sichert das Fahrzeug gegen Wegrollen
  • Wichtig beim Parken und Anhalten am Berg

 Wie überprüfe die Feststellbremse?

  1. Handbremse kräftig anziehen
  2. Leicht anfahren wollen (Kupplung kommen lassen)
  3. 👉 Auto darf nicht rollen

✔️ Ergebnis: Bremse funktioniert
❌ Wenn er sich bewegt → Wirkung zu schwach

Betriebsbremse (Fußbremse)

  • Funktioniert hydraulisch (Bremsflüssigkeit)
  • Je stärker du drückst → desto stärker die Bremswirkung
  • Immer mit dem rechten Fuß bremsen

 Wie überprüfe die Betriebsbremse?

  1. Im Stand (Grundcheck)
  2. Bremspedal mehrmals drücken
  3. 👉 Pedal muss fest werden (nicht weich)

Oder

  1. Beim Anfahren (Funktionsprüfung)
  2. Fahrzeug leicht rollen lassen
  3. Sanft bremsen
  4. 👉 Auto muss gleichmäßig verzögern

🕹️ Die Lenkung

Richtige Handhaltung
👉 9-und-3-Uhr-Position

  • beste Kontrolle
  • schnelleres Reagieren
  • wichtig für Notmanöver

❌ Nicht empfohlen:

  • „einarmig lässig“ fahren
  • Hände innen im Lenkrad (Airbag-Gefahr!)

🔹 Lenkbewegung

  • gleichmäßig und flüssig lenken
  • keine hektischen Bewegungen

1. 🔒 Lenkradschloss

Einlegen:

  • Motor ausschalten
  • Zündschlüssel abziehen
  • Lenkrad leicht drehen, bis es einrastet → (Klick Geräusch)
    ➡️ Lenkrad lässt sich jetzt nur noch minimal bewegen

Wird in der Regel am Ende der Prüfung verlangt. → Wichtig!

 

Hinzukommt: Verkehrsgerechtes Aussteigen:
Achte beim Aussteigen immer auf den Verkehr. Öffne die Tür vorsichtig (z. B. mit der rechten Hand → Schulterblick, linke Hand hält die Tür Fest) und stelle sicher, dass keine Gefahr für andere entsteht.

👉 Kurz: Erst schauen, dann öffnen.

 

Lösen:

  • Zündschlüssel einstecken
  • Lenkrad leicht in eine Richtung bewegen
  • Gleichzeitig: Zündung einschalten (Schlüssel drehen, nicht mit Kraft!)
    ➡️ Sperre löst sich

2. Lenkhilfe

Motor aus = keine Unterstützung

  • Lenkrad wird schwer
  • komplett normal, da die Unterstützung fehlt

👉 Wichtig: Das Fahrzeug bleibt lenkbar, aber deutlich anstrengender

 

 Motor an = leichte Lenkung

  • Lenkrad lässt sich leicht drehen
  • normale Funktion der Servolenkung

Nicht im Stand lenken
👉 Starkes Lenken im Stand belastet:

  • Reifen
  • Lenkung

➡️ Besser: leicht rollen lassen beim Lenken

3. Lenkspiel

Was ist Lenkspiel?
Lenkspiel ist der Bereich, in dem du das Lenkrad bewegst, ohne dass die Räder sofort reagieren.

 

Warum ist das wichtig?
Die Lenkung muss direkt und präzise reagieren
Zu viel Lenkspiel bedeutet:

  • schlechtere Fahrzeugkontrolle
  • verzögertes Reagieren
  • erhöhtes Sicherheitsrisiko

Wie überprüfe Ich das?

Das Lenkspiel darf höchstens 2 cm in der gewählten Drehrichtung des Lenkrades betragen.
Dazu: Linke Seitenscheibe öffnen. Von außen durch die Scheibe das Lenkrad leicht nach links
oder rechts bewegen und dabei das Vorderrad beobachten. Das Vorderrad muss sich bewegen
wenn das Lenkrad 2-3 Finger breit bewegt wurde.


💡 Die Beleuchtung

1. ↩️ Drehschalter

Der Schalter hat mehrere Positionen:

  • 0 → Licht aus
  • Auto → Licht geht automatisch an (wenn’s dunkel wird) 
  • Standlicht (zwei kleine Lampen rechts) 
  • Abblendlicht (mit Lampe Strichen nach unten) → (Vorne) normales Fahrlich (Hinten) Schlussleuchten (Rücklichter) & Kennzeichenbeleuchtung

Schalter rausziehen (Sind die beiden Lampen links mit der Welle

  • 1x rausziehen → Nebelscheinwerfer vorne (Hat keine Kontrollleuchte im Display)
  • 2x rausziehen → Nebelschlussleuchte hinten (Kontrollleuchte im Display Gelb/Orange) Wichtig!

👉 In diesem Bild aktiv: Abblendlicht, Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte

 

Fernlicht/Lichthupe am Blinkerhebel

Fernlicht: 

  1. Abblendlicht muss an sein (Wichtig: nicht auf Auto.)
  2. Blinkerhebel links am Lenkrad nach vorne drücken
    ➡️ Fernlicht bleibt dauerhaft an

Lichthupe:

  • Hebel kurz zu dir ziehen und loslassen
    ➡️ Fernlicht blinkt nur kurz auf

Woran erkenn ich dass (dauerhaft) Fernlicht/Lichthupe (kurz) an ist?

  • Im Tacho leuchtet ein blaues Symbol im Display (Wichtig!)
    ➡️ Fernlicht ist aktiv

Beleuchtung am Fahrzeug (Vorne)

Man muss nicht genau wissen, wo die einzelnen Lampen im Auto verbaut sind. Wichtig ist, dass man sie kennt und bei Bedarf einschalten kann. Man sollte jedoch ungefähr wissen, wo sie sich am Fahrzeug befinden (vorne, hinten, seitlich).

  • Abblendlicht: Hauptscheinwerfer für Dunkelheit und schlechte Sicht (weiß).
  • Fernlicht: Zur weiten Ausleuchtung, nur bei Dunkelheit ohne Gegenverkehr (weiß).
  • Tagfahrlicht: Erhöht die Sichtbarkeit am Tag, meist LED (weiß).
  • Standlicht: Kennzeichnet das stehende Fahrzeug (weiß).
  • Blinker: Zeigt Richtungsänderungen an (gelb).
  • Nebelscheinwerfer: Verbesserung der Sicht bei dichtem Nebel, Regen oder Schneefall (weiß/hellgelb).
  • Lichthupe: Kurzzeitiges Fernlicht zur Warnung.

Beleuchtung am Fahrzeug (Hinten)

  • Schlussleuchten (Rücklichter): Rote Leuchten, die bei eingeschaltetem Abblendlicht oder Standlicht leuchten, um die Position des Fahrzeugs bei Dunkelheit anzuzeigen.
  • Bremsleuchten: Hellrote Lichter, die aufleuchten, sobald das Bremspedal betätigt wird, um nachfolgenden Verkehr zu warnen. Vorhanden sind meist 3 rechts/links und oben mittig.
  • Blinker: Gelbe/orangefarbene Leuchten zum Anzeigen von Richtungsänderungen.
  • Rückfahrscheinwerfer: Weiße Lichter, die beim Einlegen des Rückwärtsgangs leuchten und den Bereich hinter dem Fahrzeug ausleuchten sowie das Rückwärtsfahren anzeigen.
  • Nebelschlussleuchte: Eine besonders helle, rote Leuchte, die nur bei dichtem Nebel (Sichtweite unter 50m) eingeschaltet werden darf.
  • Kennzeichenbeleuchtung: Weiße Leuchten, die das hintere Kennzeichen im Dunkeln beleuchten.

Rückstrahler (Reflektoren): Meist rot, in die Heckleuchten oder Stoßstange integriert, um Licht von anderen Fahrzeugen zu reflektieren, auch ohne eigene Stromversorgung.

  • Müssen vorhanden und sauber sein
  • Dürfen nicht beschädigt sein
  • Wichtig für Sichtbarkeit im Stand (z. B. nachts am Straßenrand)

 👉 „Rückstrahler funktionieren wie Katzenaugen am Fahrrad“

 

Wann benutze Ich den Warnblinker?

  • Unfall
  • Panne
  • Stauende

Was ist, wenn ich eine Antwort nicht beantworten kann?

Wenn du bei der Abfahrtskontrolle während der praktischen Fahrprüfung eine Frage nicht weißt, ist kein Grund, durchzufallen, aber es kann deine Chancen auf das Bestehen beeinträchtigen. Hier sind einige Tipps, wie du damit umgehen kannst:

 

1. Ruhe bewahren

  • Wenn du eine Frage nicht weißt, bleibe ruhig, man muss nicht alles Wissen
  • Vermeide Panik

2. Sei ehrlich

  • Was viele falsch machen: Irgendwas erfinden
  • Sag einfach ruhig: Das weiß ich gerade nicht genau.“ / Das weiß ich nicht.

3. Goldene Regel: Nur das sagen, was gefragt ist

Antwort passt → nächste Frage

Zu viel Gelaber → Prüfer fragt nach

Und genau da fangen viele an, sich selbst reinzureiten

 

👉 Wichtig:

  • In der praktischen Prüfung steht vor allem das sichere Fahren im Mittelpunkt.

    Die Abfahrtskontrolle ist nur ein kleiner Teil – es ist also nicht schlimm, wenn du nicht jede Frage perfekt beantworten kannst. Entscheidend ist, dass du ruhig bleibst und insgesamt sicher unterwegs bist.